
Tolstoi, Lew.N.
Die Kreutzersonate
Köln: Anaconda Verlag, 2006
ISBN 978-3938484722
Der russische Gutsbesitzer Posdnyschew, Mörder seiner Frau, wegen Handelns aus Eifersucht freigesprochen, hört auf einer längeren Zugfahrt, wie die Reisenden über Liebe als Grundbedingung für eine glückliche Ehe diskutieren. Nachdem die meisten ausgestiegen sind, erzählt Posdnyschew seine Geschichte: Mit 30 Jahren, nach Jahren der sexuellen Ausschweifung, beschließt er zu heiraten. Obwohl er körperliche Begehrlichkeiten als „tierisch“ ablehnt, ist er von den sinnlichen Reizen seiner Braut angezogen und fasziniert. Im Laufe der folgenden Jahre bekommen sie fünf Kinder. Seine Gattin – sie ist eine nun dreißigjährige Schönheit – erfährt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder mehr bekommen darf. Posdnyschews Frau widmet sich nun ihren persönlichen Neigungen, besonders dem Klavierspiel. Ihr Mann argwöhnt, dass sie nach einer neuen Liebe Ausschau hält, und er vergeht vor Eifersucht, wenn sie mit dem Geiger Truchatschewskij musiziert…
Tolstoi taucht mit dieser Novelle, geschrieben 1888/89, ein in das intime Verhältnis von Eheleuten, in die Stellung der Frau, ihre Rolle in der Gesellschaft, als Ehefrau, als Mutter, noch immer und gerade jetzt hochaktuelle Themen. Der Autor lässt die Gedanken kreisen, macht nachdenklich und lässt den Leser, die Leserin selbst reflektieren, staunen, denken… (R. H-P.)